Soll eine Frau in den Wechseljahren Hormone nehmen?

Frauen_Statue
Noch vor zwanzig Jahren waren die Frauenärzte der Meinung, es wäre ein Fehler, Frauen in den Wechseljahren keine Hormone zu geben. Schließlich würden sie ihnen während dieser Zeit fehlen.

Ein roter Kopf oder eine nass geschwitzte Bluse, immer dann, wenn es gerade gar nichts passt. Jede Frau in so einer Situation wäre zu ihrem Arzt gegangen und hätte sich Hormone verschreiben lassen. Das konnte sie auch, bis zum Jahr 2002, da wurde nämlich bekannt, dass Hormone gegen klimakterische Beschwerden, dass Risiko für Brustkrebs oder einen Herzinfarkt drastisch erhöhen können. Von da an sanken die ärztlichen Verordnungen und das blieb auch so, bis 2012 bekam nur jede 5. Frau Hormone in den Wechseljahren verschrieben. Was kann eine Frau aber tun, wenn die Beschwerden so groß sind, dass sie einschneidend für ihr Leben sind?

Hormonvergabe ja oder nein?

Heute kann man froh sein, dass eine dänische Untersuchung ergab, dass Hormone gar nicht so schlimm sind, wie ihr Ruf sie ereilt. Sie führten eine Studie durch, in den Frauen, die über 50 Jahre alt waren, zehn Jahre lang ein Hormonpräparat einnahmen. Man kam zu dem Ergebnis, dass das Brustkrebsrisiko dieser Frauen nicht höher war, vielleicht eher geringer, als bei den Frauen, die keine Hormone verabreicht bekommen hatten.
Nun liefen die Ärzte Sturm, da sie immer schon der Meinung waren, dass eine Hormonvergabe nicht so schädlich war, wie alle glaubten. Doch man kann nicht alle Frauen über einen Kamm scheren. Eine Hormontherapie muss von Frau zu Frau sehr genau abgewogen werden.

Zuerst muss sie sich einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung und Beratung unterziehen und dann wägt der Arzt ab, ob Hormone gegeben werden sollten oder nicht. Einig sind sich aber alle, über die Zeitspanne und Höhe der Vergabe. Sie sollten nicht über einen langen Zeitraum verschrieben werden und auch dann nur, in einer sehr geringen Dosierung.

Die Angst vor dem Klimakterium!

FrauGerade die Frauen, die in ihrer Lebensmitte stehen, sind heute vielfach gefordert. Für die einen zeigt die Karriereleiter noch steil nach oben, für andere ist die Pflege der Eltern unumgänglich. Was also tun, wenn Hitzewallungen, Depressionen und Heulkrämpfe zum festen Tagesinhalt gehören? Den Ärzten brachte diese Frage volle Wartezimmer und der Pharmaindustrie satte Einnahmen. Die hormonelle Veränderung bei einer Frau in den Wechseljahren wurde oft erforscht, doch richtig sicher, ist sich niemand. Hormone ja oder lieber doch nicht!

Was tun, wenn die Wechseljahre beginnen?

Zu Beginn ihrer Wechseljahre, die übrigens jede Frau anders wahrnimmt, sollten einige Regeln beachtet werden, dazu ist es nur nötig, ein paar Gewohnheiten zu ändern. So zum Beispiel, nicht zwei Tassen Kaffee trinken, sondern nur eine, ein bis zweimal mit der Freundin in die Sauna gehen. Früher aufstehen und später ins Bett gehen, statt sich in diesem herumzuwälzen und auf die nächste Hitzewelle zu warten. Schon so belanglose Sachen machen die erste Zeit des Klimakteriums ein bisschen leichter. Diejenigen unter den Frauen, die keine oder kaum Beschwerden haben, können den Wechseljahren durchaus auch ihre guten Seiten abgewinnen. Gerade Frauen um die 50 verlieben sich gerne noch einmal neu. Für diese, stehen ganz andere Dinge im Mittelpunkt, wenn es um die Wechseljahre geht. „Endlich nicht mehr verhüten müssen, endlich keine Regelschmerzen mehr und endlich nicht mehr alle vier Wochen den Stimmungsschwankungen ausgesetzt sein“.

Allen denjenigen aber, die so stark unter den Wechseljahren leiden, mit all ihren negativen Seiten, wie Haarausfall, Scheidenpilz, Hitzewallungen, Heulkrämpfen, Ruhelosigkeit und Schweißausbrüchen, sollten sich nicht scheuen und ihren Arzt nach einer Hormontherapie fragen.

Eine Hormontherapie hat auch ihre positiven Seiten!

Wenn der Hormonhaushalt einer Frau sich ändert, geht das meistens auch nicht an ihren Haaren und an ihrer Haut spurlos vorbei. Die Haut wird trockener, Falten nehmen zu, und wenn man sich verletzt, dauert der Heilungsprozess wesentlich länger als vorher. Hormone können nämlich nicht nur Hitzewallungen und Schweißausbrüche abmildern, sondern auch eine Faltenbildung verringern und das Haar stabiler machen.
Geht es um die Wechseljahre einer Frau, spielt oft das Hormon Progesteron eine große Rolle. Beschwerden, während des Klimakteriums, entstehen nicht nur wegen fehlender Östrogene, sondern auch wegen der Abnahme des Progesterons. Dieses nimmt schon eher im Körper ab, wie die Östrogene, deshalb kommt es schon vor den eigentlichen Wechseljahren, zu einem Ungleichgewicht, zwischen Progesteron und Östrogenen.

Das Gelbkörper Hormon Progesteron, wird während der Zeit eines Eisprungs gebildet und bereitet den Körper der Frau auf eine Schwangerschaft vor. Kommt es aber nicht dazu, wird die Produktion wieder eingestellt. Da in den Wechseljahren nicht mehr jeden Monat ein Eisprung stattfindet, fehlt dieses Hormon zusehends. Die Folgen sind, veränderte Zyklen, Spannungen in der Brust, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen und Schlafstörungen.

Progesteron kann ersetzt werden!

Frau_mit_MaisDas Hormon Progesteron jetzt zu ersetzen, kann viele Leiden einer Frau während der Wechseljahre lindern, außerdem wirkt sich Progesteron positiv auf den Knochenbau und der Hautalterung aus. Frauen, die sich zu einer Hormontherapie entschließen, bekommen meistens eine Mischung aus natürlichem Progesteron und aus Östrogenen oder Gestagenen.

Für die Wirkstoffe stehen heutzutage unterschiedliche Abgabeformen, wie „natürlich“ und „synthetisch“ zur Verfügung, so kann der Frauenarzt die richtige Hormontherapie verschreiben. Hier liegt es vor allem an dem Mediziner, das Richtige zu wählen, denn eine Hormonvergabe kann für manche Frauen eine Wohltat sein, für andere eine Last. Der Arzt braucht eine Menge Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, hat er dieses nicht, kann es durchaus passieren, dass es für eine Frau eher zu einer Qual wird, die Hormone zu nehmen.

Es kann zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, wie zum Beispiel, Wasseransammlung im Gewebe, Appetitlosigkeit oder übermäßig großer Hunger, Reizbarkeit, Unruhe, Schwindel, Bluthochdruck und Migräne. Im schlimmsten Fall ist eine Schädigung der Leber möglich.

Die meiste Arbeit hat die Leber!

Medikamente belasten eine Leber sehr, da sie es ist, die die Wirkstoffe wieder abbauen muss. Erste Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt, sind nachlassende Leistungsfähigkeit und eine ständige Müdigkeit, in diesen Fällen, sollten die betroffenen Frauen unter allen Umständen ihren Arzt zu Rate ziehen.

Galten Hormone noch vor nicht allzu langer Zeit, als absolut krebsfördernd, ist die Wissenschaft nun um einiges zurück gerudert. Durch immer neuere Studien fand man heraus, dass ein Ersatzöstrogen, die Frauen eher vor einem Herzinfarkt schützen und das Krebsrisiko lange nicht so hoch ist, wie angenommen. Es scheint dahingegen auch so zu sein, dass Hormonpflaster oder Hormongele verträglicher für viele Frauen sind, als deren Einnahme.

Müssen alle Frauen auf Hormone zurück greifen?

Große Beschwerden, treten nur bei 30 bis 40 % der Frauen auf die in den Wechseljahren sind, sodass sie mit Hormonen behandelt werden müssen. Gibt man Hormone, bekommt der Körper das zurück, was die Eierstöcke nicht mehr alleine produzieren können. Haben Frauen nicht so große Leiden, braucht der Körper auch keine Zugabe von Hormonen. Hier reicht es meist aus kleine Einschränkungen bei der Ernährung und den Angewohnheiten in Kauf zu nehmen. Damit ist den meisten Frauen schon geholfen und die Abgabe von Hormonen braucht nicht mehr in Betracht gezogen zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.