Neurodermitis – ständig juckt es

Ständig juckt es Menschen mit einer Neurodermitis. Nur das Kratzen scheint die Lösung zu sein. Dies hilft aber nichts. Die Qual bleibt. Bis ins letzte Detail konnte noch nicht nachgeforscht werden, warum eine Person erkrankt, an Neurodermitis. Bislang erforschten Wissenschaftlicher viele unterschiedliche Gene, welche eventuell damit in Verbindung stehen. Das Erbgut alleine ist es jedenfalls nicht, dass Kinder sowie Erwachsene zum Aufkratzen der Haut bringt. Die Neurodermitis tritt auch auf ohne eine erbliche Vorbelastung, weshalb es äußere Einflüsse geben muss. Die Erkrankung entwickelt sich bei vielen Menschen, auch wenn sie Stress haben oder wenn sie etwas Bestimmtes zu sich genommen haben. Daher ist sie keine Erbkrankheit im klassischen Sinne. Unter ihrer eigenen Körperabwehr leiden Personen die Neurodermitis haben. Sie haben ein überempfindliches Immunsystem das auf alles Mögliche reagiert. Dies sind nicht nur schädliche Eindringlinge, sondern es können auch Stoffe sein, die normalerweise harmlos sind, wie beispielsweise Nahrungsmittel oder Blütenpollen.

haut

Bisher ist Neurodermitis nicht heilbar

Die Betroffenen haben meist auch eine sehr trockene Haut. Dies liegt wahrscheinlich an der veränderten Zusammensetzung von den Hautfetten. Gestört ist die Schutzfunktion der Haut, weshalb diese mehr Feuchtigkeit verliert als eine gesunde Haut. Leichter können irritierende Substanzen eindringen, was dann wahrscheinlich den unerträglichen Juckreiz nach sich zieht. Explizit befällt die Neurodermitis Kinder. Unter einer juckenden Haut können aber auch Erwachsene leiden. Dann schuppt die Haut allerdings eher. Bei Kindern bilden sich eher nässende Ekzeme. Egal in welchem Altern müssen die Neurodermitiker lernen mit dem Jucken zu leben. Denn die Neurodermitis ist nicht heilbar. Es lassen sich die Beschwerden aber lindern durch das Meiden der Auslöser, einer entsprechenden Pflege der Haut sowie möglichst Stress zu vermeiden und eventuell Medikamente.

Schlimmer durch Kratzen

Schnell entwickelt sich bei der Neurodermitis eine Juck-Kratz-Spirale. Die Haut juckt und ist entzündet. Die Qual wird durch das Kratzen nur kurz gelindert. Der Juckreiz kommt wieder und ist oftmals dann stärker als vorher, da die Schädigung der Haut noch stärker ist. Diese Spirale schraubt sich immer weiter hoch. Als unerträglich beschreiben die Betroffenen dies. Experten empfehlen auf die Stellen die betroffen sind lieber zu klopfen, anstatt zu kratzen. Das Immunsystem fährt außerdem schon harte Geschütze auf im Falle von harmlosen Reizen. Spezielle Truppen werden von der körpereigenen Abwehr ausgesendet. Dies sind die T-Zellen, welche Richtung Haut wandern. Sie verursachen dort eine Ausschüttung an Entzündungsbotenstoffen, zum Beispiel Histamin. Bestimmte Nervenfasern wiederum werden von diesen Botenstoffen gereizt und lösen den Juckreiz aus.

Durch das Kratzen werden immer mehr dieser Botenstoffe freigesetzt, was dazu führt, dass das Jucken sich noch verstärkt. So bietet die entzündete Haut letztendlich für Eindringlinge Schlupflöcher. Chemikalien, Viren, Bakterien und Pilze gelangen leicht hinein in den Körper. Dies hat unangenehme Folgen. Das frühzeitige Unterbrechen der Juck-Kratz-Spirale ist sehr wichtig. Darauf muss geachtet werden. Einem neuen Schub kann mit Medikamenten gezielt gegen gesteuert werden.

Die Symptome

Je nachdem ob ein Baby, Kind, Jugendlicher oder Erwachsener betroffen ist, sieht eine Neurodermitis verschieden aus. Oft sind bei Babys das Gesicht, der Hals und die Arme und Beine bedeckt mit einer gelblichen oder auch braunen Kruste. Diese erinnert an verbrannte Milch, weshalb sie auch den Namen Milchschorf trägt. Sollten bei dem Säugling solche Stellen entdeckt werden besteht aber kein Grund zur Besorgnis. Dabei muss es sich nicht zwingend um eine Neurodermitis handeln. Viele Ursachen können Ekzeme bei Säuglingen haben. Einige Monate bis hin zu zwei Jahren können diese Hautveränderungen bleiben und heilen dann spontan ab. Es kann auch sein, dass sie länger bestehen. Die Krankheit heilt oftmals in der Pubertät ab, manche leiden, aber auch noch wenn sie erwachsen sind, darunter. Etwa gleich häufig sind Jungen und Mädchen betroffen.

In den Ellenbeugen und Kniekehlen Ekzeme

die entzündlichen Stellen treten bei Kindern insbesondere im Gesicht, dem Hals und am Nacken auf sowie am Schultergürtel und im oberen Brustbereich, besonders aber in den Kniekehlen und Ellenbeugen und außerdem noch an Fuß- und Handrücken. Doch auch in diesen Fällen müssen Eltern nicht die Befürchtung haben, dass es immer so bleibt. Neurodermitisschübe haben zwei Prozent der Erwachsenen. Die Haut verändert sich durch die wiederkehrenden Schübe mit der Zeit an den Stellen, die betroffen sind. Sie ist verdickt, gerötet und weist ein gröberes Hautrelief auf, schuppt und ist trocken.

Die Diagnose

Um zu erfahren ob eine Neurodermitis vorliegt wird der Arzt als Erstes nach der Familie und den persönlichen Lebensumständen fragen. Unter anderem möchte er wissen ob unter massivem Juckreiz gelitten wird, welche Stellen vom Juckreiz betroffen sind und wie häufig es zu Schüben kommt, ob andere Familienmitglieder auch an Neurodermitis leiden und ob ein Haustier da ist. Nach diesem Gespräch folgt die Untersuchung durch den Arzt. Besonders wird er sich bei der Untersuchung die Stellen anschauen am Körper, wo sich ein Ekzem befindet. Durch spezielle Allergietests prüft im Anschluss der Arzt, ob eine Allergie vorhanden ist. Verschiedene Tropfen werden auf den Unterarm getropft bei dem Prick-Test. In den Tropfen befinden sich Spuren von verschiedenen Allergieauslösern. Katzenhaare, Birkenpollen, Hausstaubmilbenkot, Chemikalien etc. Dann ritzt er unter den Tropfen die Haut etwas ein. Nach rund 20 Minuten liegt ein Ergebnis vor. Eine rote Quaddel sitzt an der betroffenen Stelle. Bei einem anderen Test wird auf Tropfen verzichtet und es werden Pflaster auf die Haut gegeben. Dies ist der Epikutan- oder Patchtest. Der Arzt kann anhand des Bluttests feststellen, ob das Immunsystem sehr sensibel reagiert. Dazu wird Blut abgenommen und die Probe ins Labor geschickt, wo der IgE Test durchgeführt wird. Mit speziellen Methoden wird nach dem Immunglobulin E gesucht. Das Immunsystem bildet diesen Antikörper immer dann, sofern der Körper zum Beispiel von Würmern befallen ist. Personen, die ein sensibles Immunsystem haben, haben aber auch ohne ein Parasitenproblem viel IgE im Blut. Insbesondere ist der Test für Kinder geeignet, denen umfangreiche Hauttests nicht zugemutet werden sollen.

Der Doppelgänger der Neurodermitis

Was nach einer Neurodermitis aussieht, kann auch etwas anderes. Je nachdem Alter des Patienten können unterschiedliche Erkrankungen in Betracht kommen, welche vom Arzt ausgeschlossen werden sollten, bevor die Diagnose Neurodermitis gestellt wird. Zu den Doppelgängern zählen: die Krätze, die Kombination aus unterschiedlichen Kontaktekzemen, das kumulativ-toxische Kontaktekzem, das toxisch-irrative Kontaktekzem, das allergische Kontaktekzem und das seborrhoische Ekzem.

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